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Haus verkauft: was passiert mit der Gebäudeversicherung?

Wenn einer unserer Kunden sein Haus verkauft hat, erreicht uns regelmäßig die Frage, was mit der Gebäudeversicherung passiert. Die meisten teilen uns einfach vorsorglich mit, dass sie ihre Gebäudeversicherung kündigen wollen. Doch es läuft in der Praxis ein wenig anders ab.

Erwerber tritt an die Stelle des Versicherungsnehmers

Der Gesetzgeber hat sich dazu seine Gedanken gemacht und dies in den Paragraphen 95 und 96 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) geregelt. Der Verkäufer muss die Wohngebäudeversicherung somit nicht extra kündigen. § 95 VVG regelt dies explizit. Mit Eintragung ins Grundbuch geht die Wohngebäudeversicherung automatisch auf den Erwerber über. So wird sichergestellt, dass das Gebäude stets lückenlos versichert ist.

Wortlaut § 95 VVG, Abs. 1

Wird die versicherte Sache vom Versicherungsnehmer veräußert, tritt an dessen Stelle der Erwerber in die während der Dauer seines Eigentums aus dem Versicherungsverhältnis sich ergebenden Rechte und Pflichten des Versicherungsnehmers ein.

Veräußerer und Erwerber haften für die Versicherungsprämie für die Zeit des Erwerbs bis zum Ende der laufenden Versicherungsperiode als Gesamtschuldner. Bedeutet: Veräußerer und Erwerber müssen sich untereinander absprechen wer wie viel Prämie bezahlt.

Kündigungsrecht nach Veräußerung

96 VVG regelt hingegen das Kündigungsrecht des Erwerbers. Der Erwerber kann die Versicherung entweder auf seinen Namen weiterführen oder innerhalb einen Monats ab Tag der Eintragung ins Grundbuch außerordentlich kündigen. Er kann die Kündigung dann mit sofortiger Wirkung oder für den Schluss der laufenden Versicherungsperiode kündigen.

Wortlaut § 96 VVG, Abs. 2

Der Erwerber ist berechtigt, das Versicherungsverhältnis mit sofortiger Wirkung oder für den Schluss der laufenden Versicherungsperiode zu kündigen. Das Kündigungsrecht erlischt, wenn es nicht innerhalb einen Monats nach dem Erwerb, bei fehlender Kenntnis des Erwerbs vom Bestehen der Versicherung innerhalb eines Monats ab Erlangung der Kenntnis, ausgeübt wird.

Veräußerung sofort dem Versicherer melden

Wer seine Immobilie veräußert, sollte daher seinem Versicherer umgehend den Verkauf mitteilen. Die Mitteilung sollte Name, Anschrift und ggf. die Telefonnummer des Erwerbers enthalten. So kann der Versicherer mit dem Erwerber in Kontakt treten und die Modalitäten rechtzeitig klären.

Der Versicherer benötigt außerdem zwingend eine Kopie des Grundbucheintrags. In der Abteilung 1 werden im Grundbuch die Eigentumsverhältnisse festgehalten. Wie bereits erwähnt, geht der Versicherungsschutz erst ab Tag der Eintragung ins Grundbuch auf den Erwerber über. Ein notarieller Kaufvertrag oder die so genannte "Auflassungsvormerkung" sind für den Versicherer noch nicht von Relevanz.

Was beinhaltet die Wohngebäudeversicherung?

Auch dazu möchten wir kurz eingehen, da hier diverse Begrifflichkeiten immer wieder für Verwirrung sorgen. In der Wohngebäudeversicherung können folgende Risiken abgesichert sein: Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel und die so genannten "Elementargefahren". Umgangssprachlich tauchen in diesem Zusammenhang auch oft die Begrifflichkeiten "Gebäudefeuerversicherung" oder "Gebäudebrandversicherung" auf.

Bildquelle: Adobe Stock, ALDECAstudio

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