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E-Scooter sind beliebt. Sehr beliebt sogar. Entsprechend häufig bekommen wir Anfragen zur Versicherung von E-Scootern. Auf den ersten Blick klingt das auch alles ganz einfach: E-Scooter kaufen, Versicherung abschließen, losfahren.
Genau so einfach ist es aber eben oft nicht.
Denn in der Praxis erleben wir bei diesem Thema immer wieder dasselbe. Der E-Scooter wurde irgendwo im Internet gekauft, möglichst günstig, möglichst schnell. Und wenn es dann an die Versicherung geht, fehlt plötzlich genau das, was entscheidend ist: die vollständigen und richtigen Unterlagen.
Dann beginnt die Diskussion. Ob man nicht trotzdem schnell einen Versicherungsschein ausstellen könne. Ob nicht ausnahmsweise auch ein Foto von irgendetwas reicht. Ob man das nicht später nachreichen könne. Unsere Antwort ist an dieser Stelle klar und eindeutig:
Nein.
Ja, für E-Scooter besteht in Deutschland eine gesetzliche Pflicht zur Haftpflichtversicherung. Wer mit einem E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs ist, braucht Versicherungsschutz.
Was viele dabei aber übersehen: Die Versicherung allein reicht nicht. Ein E-Scooter muss auch rechtlich überhaupt für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sein. Und genau daran scheitert es in der Praxis erstaunlich oft.
Denn ohne gültige Betriebserlaubnis oder ohne die dafür erforderliche Datenbestätigung fehlt eine zentrale Voraussetzung. Dann reden wir nicht über eine kleine Formalie. Dann reden wir über ein Fahrzeug, das so im öffentlichen Verkehrsraum unter Umständen gar nichts verloren hat.
Und ganz offen gesagt: Das ist kein exotischer Einzelfall. Das passiert regelmäßig.
Der Ablauf ist fast immer derselbe. Jemand kauft online einen E-Scooter. Vielleicht aus einem vermeintlich tollen Angebot. Vielleicht von einem Händler, der groß wirbt, aber bei den Unterlagen eher vage bleibt. Vielleicht aus dem Ausland. Und erst nachdem das Fahrzeug schon längst da ist, stellt sich die Frage, wie man es versichert.
Dann schauen wir uns die Sache an und stellen fest: Die Datenbestätigung fehlt. Die Betriebserlaubnis fehlt. Die Unterlagen passen nicht zum Fahrzeug. Oder es liegt irgendein Papier vor, das auf den ersten Blick wichtig aussieht, mit einer deutschen und vollständigen Betriebserlaubnis aber nichts zu tun hat.
Und dann kommt regelmäßig die Erwartung, dass wir das jetzt irgendwie lösen.
Tun wir nicht.
Das ist keine Schikane. Das ist keine Lustlosigkeit. Und das ist auch kein besonders strenger Sonderweg von uns.
Es ist schlicht die Konsequenz aus der Rechtslage und aus gesundem Menschenverstand.
Wenn die erforderlichen Unterlagen für einen E-Scooter nicht vollständig und nachvollziehbar vorliegen, stellen wir keinen Versicherungsschein aus. Wir machen hier auch keine Ausnahmen.
Denn ein Versicherungsschein allein bedeutet noch lange nicht, dass damit auch tatsächlich ein wirksamer und belastbarer Versicherungsschutz für ein im öffentlichen Straßenverkehr zulässiges Fahrzeug besteht.
Das muss man so deutlich sagen, weil genau hier viele einem Irrtum aufsitzen. Manche glauben offenbar, Hauptsache man hat irgendein Papier in der Hand. Dann werde das schon passen. Aber so funktioniert es eben nicht.
Wenn die gültige Betriebserlaubnis fehlt, fehlt eine zentrale Voraussetzung. Und wenn diese Voraussetzung fehlt, wird aus einem problematischen E-Scooter nicht dadurch plötzlich ein zulässiges Fahrzeug, dass irgendjemand leichtfertig einen Versicherungsschein ausstellt.
Genau das ist der entscheidende Punkt.
Die Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Richtig.
Aber die Haftpflichtversicherung ersetzt nicht die Betriebserlaubnis.
Und sie heilt auch keine fehlenden Unterlagen.
Wer also einen E-Scooter kauft, bei dem die deutsche Datenbestätigung oder eine ordnungsgemäße Betriebserlaubnis nicht vorliegt, hat kein Versicherungsproblem im engeren Sinn. Er hat zuerst einmal ein Zulassungs beziehungsweise Genehmigungsproblem.
Und dieses Problem lässt sich nicht dadurch lösen, dass man beim Vermittler lange genug diskutiert.
Viele Käufer wissen zwar, dass ein E-Scooter versichert werden muss. Was viele nicht wissen: Nicht jeder E-Scooter, der online angeboten wird, ist automatisch auch sauber für den deutschen Straßenverkehr geeignet.
Und genau das ist der Punkt, an dem aus dem vermeintlichen Schnäppchen ganz schnell ein Ärgernis wird.
Denn wenn die nötigen Unterlagen nicht vorhanden sind, kann der E-Scooter im Zweifel nicht versichert werden. Oder jedenfalls nicht so, dass man guten Gewissens sagen könnte: Ja, das ist rechtlich sauber.
Am Ende steht dann oft Frust. Beim Kunden. Und ehrlich gesagt auch bei uns, weil wir diese Diskussionen immer wieder führen müssen, obwohl das Problem nicht im Büro entsteht, sondern schon beim Kauf.
Entscheidend ist, dass für den E-Scooter eine deutsche Datenbestätigung beziehungsweise Betriebserlaubnis vorliegt, die sich eindeutig auf das konkrete Fahrzeug bezieht.
Wichtig sind dabei insbesondere:
Teilweise kann auch eine Typenplakette am Fahrzeug selbst weiterhelfen, zum Beispiel unter dem Trittbrett. Aber auch dort müssen die relevanten Angaben vollständig und eindeutig vorhanden sein. Irgendein Aufkleber oder irgendeine Seriennummer reicht eben nicht automatisch.
Wer einen E-Scooter kaufen will, sollte nicht erst nach dem Kauf anfangen zu fragen, ob das Fahrzeug überhaupt versicherbar ist.
Sinnvoll ist genau die umgekehrte Reihenfolge:
Erst die Unterlagen prüfen.
Dann schauen, ob das Modell in Deutschland genehmigt ist.
Dann kaufen.
Und erst danach versichern.
Wer das nicht tut, handelt sich im Zweifel ein Problem ein, das später niemand mehr elegant wegdiskutieren kann.
Das sagen wir bewusst so deutlich, weil viele Kunden an dieser Stelle auf Kulanz hoffen.
Aber Kulanz hilft nicht weiter, wenn die rechtlichen Grundlagen fehlen.
Ohne vollständige Unterlagen stellen wir keinen Versicherungsschein aus. Punkt.
Nicht, weil wir es kompliziert machen wollen.
Nicht, weil wir jemanden ärgern wollen.
Sondern weil wir keine Bescheinigung für ein Fahrzeug ausstellen, bei dem die Voraussetzungen für die Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr nicht sauber nachgewiesen sind.
Alles andere wäre am Ende weder für den Kunden noch für uns eine seriöse Lösung.
Unsere Empfehlung ist daher klar:
Kann der Verkäufer diese Unterlagen nicht vorlegen, sollte man sehr genau überlegen, ob man dieses Fahrzeug wirklich kaufen möchte.
Die Versicherung eines E-Scooters wäre eigentlich kein kompliziertes Thema. Kompliziert wird es fast immer erst dann, wenn Fahrzeuge ohne die notwendigen Unterlagen gekauft werden und anschließend erwartet wird, dass der Rest schon irgendwie gelöst werden kann.
Genau das funktioniert nicht.
Deshalb ist unsere Haltung an dieser Stelle eindeutig: Ohne vollständige und nachvollziehbare Unterlagen gibt es bei uns keinen Versicherungsschein für E-Scooter.
Denn ein Versicherungsschein allein heißt noch lange nicht, dass auch tatsächlich ein gültiger Versicherungsschutz für ein rechtlich zulässiges Fahrzeug vorliegt. Fehlt die Betriebserlaubnis, fehlt eine wesentliche Voraussetzung. Und daran führt am Ende kein Weg vorbei.