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Wenn Metadaten den Schadenfall entscheiden – warum genaue Schadenprüfung alle Versicherten schützt

08.01.2026 von Mathias Baur

Digitale Fotos sind aus der Schadenregulierung heute nicht mehr wegzudenken. Schäden werden dokumentiert, weitergeleitet und archiviert. Was vielen Versicherungsnehmern dabei nicht bewusst ist: Jedes Foto enthält sogenannte Metadaten. Diese liefern technische Informationen wie Aufnahmedatum, Uhrzeit und das verwendete Endgerät. In einem aktuellen Schadenfall waren genau diese Metadaten entscheidend für die richtige Einordnung des Sachverhalts.

Ein Schadenfall aus der Praxis

In dem geprüften Kfz-Schadenfall hatte sich die Versicherungsnehmerin bewusst dafür entschieden, ihren Versicherungsschutz zu reduzieren. Die Teilkaskoversicherung wurde ausgeschlossen, um Beiträge zu sparen. Diese Entscheidung ist legitim und völlig in Ordnung.

Problematisch wurde es erst, als später ein Schaden gemeldet wurde, der zeitlich noch in den früheren Versicherungszeitraum fallen sollte. Die Angaben zum Schadenzeitpunkt, die Reparaturunterlagen und die eingereichten Fotos ergaben jedoch kein stimmiges Gesamtbild.

Metadaten schaffen Klarheit

Die entscheidende Klarheit brachte nicht ein Formular oder eine Aussage, sondern die Metadaten der eingereichten Fotos. Diese enthalten unter anderem:

  • das genaue Aufnahmedatum
  • die Uhrzeit der Aufnahme
  • Angaben zum verwendeten Smartphone
  • technische Dateiinformationen

In diesem Fall belegten die Metadaten eindeutig, dass der Schaden erst nach dem Ende des bestehenden Versicherungsschutzes dokumentiert wurde. Damit ließ sich die zeitliche Darstellung des Schadenereignisses objektiv nicht aufrechterhalten.

Metadaten sind damit ein wichtiges Instrument in der modernen Schadenprüfung. Sie liefern belastbare Fakten, die unabhängig von subjektiven Schilderungen sind und helfen, widersprüchliche Angaben aufzulösen.

Verantwortung gegenüber der Versichertengemeinschaft

Ohne eine sorgfältige Prüfung wäre es in diesem Fall zu einer Fehlregulierung gekommen. Die Folgen solcher Fehlentscheidungen tragen jedoch nicht die Versicherung allein. Sie betreffen die gesamte Versichertengemeinschaft.

Fehlregulierungen führen unter anderem dazu, dass:

  • Schadenkosten insgesamt steigen
  • Versicherungsbeiträge langfristig angepasst werden müssen
  • ehrliche Versicherungsnehmer für Missbrauch mitzahlen

Genau deshalb ist eine gründliche Schadenprüfung kein Ausdruck von Misstrauen, sondern von Verantwortung. Sie schützt faire Beitragszahler und sorgt für Stabilität im Versicherungssystem.

Transparenz und Ehrlichkeit sind entscheidend

Der Fall zeigt auch, wie wichtig Transparenz im Schadenfall ist. Wer sich bewusst für eine Reduzierung des Versicherungsschutzes entscheidet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass Schäden außerhalb des versicherten Zeitraums nicht reguliert werden können.

Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt. Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt. Es handelt sich um eine Straftat mit klaren gesetzlichen Konsequenzen, die von Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen reichen können.

Fazit

Metadaten spielen in der Schadenprüfung eine immer größere Rolle. Sie sorgen für Klarheit, verhindern Missbrauch und schützen die Versichertengemeinschaft. Sorgfältige Prüfung dient letztlich allen Beteiligten und stellt sicher, dass Versicherungsleistungen dort ankommen, wo sie berechtigt sind.