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Fahrzeugpapiere verloren – was tun?

Jeder Kfz-Nutzer ist im Besitz von Fahrzeugpapieren. Doch was ist zu tun, wenn die wichtigen Dokumente abhandenkommen? Diese Frage soll im Folgenden durch das Beschreiben von konkreten Vorgangsweisen beantwortet werden. Vorab wird jedoch ein allgemeiner Überblick über die Papiere gegeben.

Bestandteile der Zulassungsbescheinigung

Die Zulassungsbescheinigung (=Fahrzeugpapiere) setzt sich aus zwei verschiedenen Teilen zusammen:

Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I)
Obiger wird ausgehändigt, sobald jemand ein Fahrzeug um- oder anmeldet. Ab diesem Zeitpunkt dient der Fahrzeugschein zur eindeutigen Identifizierung des zugelassenen Autos. Neben technischen Daten zum Verkehrsmittel können darin auch das Kennzeichen sowie die Kontaktdaten zu derjenigen Person gefunden werden, auf die das Fahrzeug zugelassen wurde. Hierbei ist es sehr wichtig, den Schein jederzeit im Auto aufzubewahren, um ihn im Falle einer Kontrolle vorzeigen zu können.

Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II)
Dieses Dokument fungiert als Eigentumsnachweis, es zeigt also auf, wer der rechte Inhaber des Fahrzeugs ist. Es ist folglich durchaus möglich, dass Eigentümer und Besitzer nicht ein und dieselbe Person sind. Des Weiteren sind unter anderem die Vorbesitzer darin vorzufinden. Soll ein Fahrzeug an- oder verkauft werden, so ist die Zulassungsbescheinigung Teil II unerlässlich, denn anderenfalls kann weder von Käufer noch von Verkäufer bewiesen werden, dass das betroffene Auto deren Eigentum ist. Ergänzt mit dem Fahrzeugschein wird auch der Kfz-Brief zur Ummeldung, Zulassung oder Änderung des Halters benötigt. Im Gegensatz zum ersten Bestandteil der Papiere sollte der Brief keinesfalls im Auto, sondern an einem sicheren Ort zuhause aufbewahrt werden.

Richtiges Vorgehen im Falle eines Verschwindens

Sind die Fahrzeugpapiere nicht mehr aufzufinden und somit unwiederbringlich verschwunden, so gestaltet sich die Wiederbeschaffung und der zugehörige Aufwand je nach Art des Dokuments verschieden.

Verlust des Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I)
Sie haben den Schein schlichtweg verloren, verlegt oder unabsichtlich entwertet? Dann muss sich schnellstmöglich um Ersatz gekümmert werden, indem das Fehlen bei derselben Kfz-Behörde gemeldet wird, welche bereits den alten Fahrzeugschein ausgestellt hat und gleichzeitig ein Ersatzschein beantragt wird. Hierzu sollten Sie folgende Unterlagen mitbringen:

  • Gültiger Personalausweis
  • Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Verlusterklärung (Formblatt erhalten Sie online oder vor Ort)
  • Nachweis über eine gültige Hauptuntersuchung

Mit Hilfe einer eidesstattlichen Versicherung über den Verlust müssen Sie zunächst beteuern, dass ihre Angaben der Wahrheit entsprechen. Darauf bekommt der Halter von der zuständigen Zulassungsbehörde eine Verlustbestätigung ausgehändigt, welche dazu ermächtigt, das Auto eine Woche lang ohne offizielles Dokument bedienen zu dürfen. Dies schafft eventuell bestehende Unsicherheiten in Bezug auf das Verwenden des Fahrzeugs ohne gültigen Fahrzeugschein aus dem Weg. In der Regel nimmt das Ausstellen einer neuen Zulassungsbescheinigung Teil I jedoch nur sehr wenig Zeit in Anspruch und wird meistens noch am selben Tag durchgeführt.

Verlust des Fahrzeugbriefs (Zulassungsbescheinigung Teil II)
Bei Abhandenkommen des Kfz-Briefs sind bis zum Neuerhalt mehr Hürden zu überwinden. Zunächst ist erneut die Kontaktaufnahme mit der Zulassungsstelle unumgänglich. Zu einem Termin sollten hierbei diese Unterlagen mitgebracht werden:

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (wird bei Erneuerung des Briefs mitersetzt)
  • Verlusterklärung (Formblatt erhalten Sie online oder vor Ort)
  • Nachweis über eine gültige Hauptuntersuchung

Die Behörde verlangt auch in diesem Fall von Ihnen eine eidesstattliche Erklärung des Verschwindens, bevor hierbei die Informationen noch an das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg weiter übermittelt werden. Dieses veröffentlicht in Form einer Aufbietung den Verlust für 14 Tage im Bundesverkehrsblatt, was dazu dient, sicherzustellen, dass das betroffene Fahrzeug nicht einem Dritten gehört. Wäre dies der Fall, könnte derjenige innerhalb der zweiwöchigen Zeitspanne Einspruch erheben. Erst wenn die Aufbietungsfrist ohne Probleme verstrichen ist, wird ein entsprechendes Ersatzdokument ausgestellt. Währenddessen können zusätzlich noch bis zu vier weitere Wochen vergehen.

Übrigens: Das Verlieren der Fahrzeugpapiere kann dementsprechend teuer werden. Je nachdem, welche Dokumente betroffen sind, können Kosten in Höhe von bis zu 150€ anfallen, wobei diese teilweise von Ort zu Ort variieren.

Beim Verlust der Zulassungsbescheinigung handelt es sich folglich um einen ärgerlichen Zwischenfall, welcher nicht nur mit zeitlichem, sondern auch finanziellem Aufwand verbunden ist. Verfolgen Sie jedoch zeitnah die oben aufgeführten Schritte, wird klar, dass der Sachverhalt Sie nicht maßgeblich in Ihrer Mobilität einschränken muss.

Bildquelle: Adobe Stock, peterschreiber.media

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